Eine Pariser Katze wurde 1963 zur ersten ihrer Art im Weltraum. Félicette kehrte aus dem All zurück, doch für sie gab es kein Happy End.

Weltraum-Katze Félicette: Das Monument zu ihren Ehren

Jahrzehntelang geriet Félicette im Vergleich zu den bekannten Weltraumhunden wie Laika oder Belka fast in Vergessenheit. 2017 wurde eine internationale Kampagne gestartet, die über 1100 Unterstützer mobilisierte und mehr als 43.000 britische Pfund über Kickstarter sammelte, um eine würdige Gedenkstätte für die erste Raumfahrer‑Katze zu finanzieren.

Die Skulptur, entworfen vom britischen Bildhauer Gill Parker, zeigt eine etwa 1,5 Meter hohe Bronzefigur der Katze und wurde ursprünglich für Paris geplant, um Félicette in der Stadt ihrer Herkunft zu ehren. Die Skulptur wurde erstmals am 18. Dezember 2019 ausgestellt und war Teil der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum des International Space University’s Master of Space Studies Programms. Sie steht nun in der International Space University (ISU) in Straßburg.

Übersicht: Wichtige Tiere im Weltall

  • Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster): 1947, US‑V2‑Rakete: Die ersten Tiere im Weltraum. Sie flogen rund 109 km hoch und überlebten den Flug, lieferten erste Daten zu Weltraum‑Strahlung und Lebensfähigkeit in der Stratosphäre.
  • Albert I (Rhesusaffe): 1948, US‑V2‑Testflug: Einer der ersten Affen, der mit einer Rakete in den Weltraum gestartet wurde. Er erreichte aber nicht die Grenze des Weltraums und starb vermutlich durch Asphyxie oder Start‑Komplikationen.
  • Albert II (Rhesusaffe): 1949, US‑V2‑Testflug: Erster Säuger, der die Grenze des Weltraums überschritt (etwa 130–134 km). Er starb beim Wiedereintritt, weil der Fallschirm versagte.
  • Laika (Hündin): 1957, Sputnik 2 (UdSSR): Erstes Tier in der Erdumlaufbahn. Sie starb nach wenigen Stunden an Überhitzung und Stress. Eine Rückkehr war nicht vorgesehen.
  • Belka und Strelka (Hündinnen): 1960, Sputnik 5 (UdSSR): Erste lebende Tiere, die eine Erdumlaufbahn vollständig überlebten und sicher zur Erde zurückkehrten. Sie wurden später ausgestopft und als Museumsexponate präsentiert.
  • Ham (Schimpanse)31. Januar 1961, Mercury‑Redstone 2 (NASA, USA, suborbital): Erster Schimpanse und erster Menschenaffe im Weltraum. Er absolvierte 1961 eine suborbitale Testmission im Rahmen des Mercury‑Programms, erreichte rund 253 km Höhe, führte im All eingelernte Aufgaben aus und kehrte gesund zur Erde zurück. Der Schimpanse arbeitete nach dem Flug in einem Zoo, wo er 1983 starb.
  • Félicette (Katze): 1963, französische Rakete (suborbital): Erste und bisher einzige Katze im Weltraum. Sie erreichte suborbital etwa 150–160 km Höhe, überlebte den Flug und kehrte zur Erde zurück, wurde aber anschließend weiter für medizinische Experimente verwendet.
  • Schildkröten auf Zond 5: 1968, sowjetische Mondumrundungsmission: Erste Tiere, die den Mond umrundeten und lebend zur Erde zurückkehrten. Sie halfen bei der Erforschung langer Flugzeiten und biologischer Effekte.
  • Schildkröten auf Soyuz 20: 1975, Langzeit‑Biologie‑Mission: Sie wurden auf einer längeren Orbitmission eingesetzt, um Reaktionen auf Mikrogravitation und Strahlung zu testen. Die Tiere überlebten die Mission.
  • Makaken (z. B. Abrek/Bion, Lalik/Multik): Missionen Bion 6 (1983) und Bion 11 (1996): Rhesus‑Affen auf Langzeit‑Forschungsmissionen. Sie lieferten wesentliche Erkenntnisse über Anpassung und Physiologie im Weltraum, blieben aber Teil eines umstrittenen Tierversuchskontexts.

 

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