Am 18. Oktober 1963 schrieb eine schwarz‑weiße Pariser Straßenkatze Raumfahrtgeschichte: Félicette, die vor und während der Mission nur C341 hieß, war die erste Katze im Weltraum und bis heute die einzige, die einen Raumflug überlebte.
Ihr kurzer, aber bedeutender Flug stand im Schatten der damals dominierenden Hunde‑ und Affenexperimente, symbolisierte aber den Versuch, auch unspezifischere Säugetiere für die kommende Ära bemannter Missionen zu testen.
Weltraum-Katze: Die Mission der Félicette
Die Katze war Teil eines Programms des französischen Centre d’Enseignement et de Recherches de Médecine Aéronautique (CERMA), das 1963 begann, Katzen für suborbitalen Flug vorzubereiten. Insgesamt überlebten mehrere Katzen die Testphase, aber für den ersten Flug am 18. Oktober 1963 wurde die ruhige, schwarz‑weiß gemusterte C341 ausgewählt. Diese war zuvor mit Zentrifugen und Druckkammern an die Belastungen eines Raketenstarts gewöhnt worden.
Die Mission verlief suborbital: Félicette wurde mit einer französischen Rakete in eine Höhe von rund 150 bis 160 Kilometern gebracht, damit Wissenschaftler die Reaktion von Nerven und Muskeln unter Kurzzeit‑Schwerelosigkeit und hohen Beschleunigungen untersuchen konnten. Während des Fluges war Félicette rund fünf Minuten in Schwerelosigkeit und erlebte dabei Beschleunigungen von bis zu etwa 9,5 g.
Die Katze trug Elektroden, mit deren Hilfe ihre Hirnaktivität und Herzfrequenz über Funk zur Erde übertragen wurden. Diese Elektroden waren in das Gehirn der Katze implantiert. Nach dem etwa 15-minütigen Flug kehrte sie in einer Landekapsel mit Fallschirm sicher zur Erde zurück.
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Die Astronauten-Katze und ihr Schicksal nach dem Raketenflug
Félicette soll eine Streunerin aus Paris gewesen sein, die ihren Namen vermutlich als Hommage an den Zeichentrickkater “Felix the Cat” von der französischen Presse verliehen bekommen hatte. Obwohl sie den Flug physisch überlebte, soll auf sie kein Happy End gewartet haben.
In einigen Berichten wird erwähnt, dass sie nach dem Erfolg eingeschläfert und weiter für medizinische Versuche verwendet wurde, was in der heutigen Tierethik heftige Kritik hervorruft. Damit verkörpert sie zugleich einen Meilenstein der Raumfahrt und ein Beispiel für das Tierleid, das Tiere im All im Namen der Wissenschaft erleiden mussten.